Der kartierte Hund

Ausstellung zum Architektursommer 2026 bei Kunst + Herbert

Mit der Schanze direkt vor unserer Haustür haben wir unser eigenes Umfeld zum Ausgangs­punkt einer freien, analy­ti­schen und zugleich subjek­tiven Erfor­schung genommen. Als Architekt:innen beschäf­tigen wir uns täglich mit der Gestaltung von Lebens­räumen – mit städti­schen Struk­turen, räumlichen Zusam­men­hängen und Nutzungen. In diesem Blick auf Stadt überlagern sich techni­sches Wissen, mensch­liches Erleben, Neugier und Inter­pre­tation. Dieser Blick ist nie vollständig neutral, sondern geprägt von Erfahrung, Erinnerung, Gewohnheit und persön­licher Wahrnehmung.

Die Ausstellung „Der kartierte Hund“ ging der Frage nach, wie sich die Vielschich­tigkeit der Schanze sichtbar und erfahrbar machen lässt. Sie betrachtet das Quartier nicht als festes Bild, sondern als Zusam­men­spiel verschie­dener Ebenen: des Sicht­baren und des Erinnerten, des Planbaren und des Zufäl­ligen, des Alltäg­lichen und des Besonderen.

Dabei ging es nicht nur um gebaute Struk­turen, Wege und Nutzungen, sondern auch um Atmosphären, Routinen, Gewohn­heiten und persön­liche Erfah­rungen. Was lässt sich kartieren, was bleibt offen? Welche Spuren sind im Stadtraum ablesbar, welche existieren vor allem in Erinnerung oder Gefühl?

Diese unter­schied­lichen Perspek­tiven öffnen ein Bild der Schanze – nicht eindeutig oder abgeschlossen, sondern verän­derlich, überla­gerbar und immer wieder neu zusammensetzbar.

So entstand kein vollendetes oder rein objek­tives Gesamtbild, sondern ein wandel­bares Porträt der Schanze.

29.05–12.06.2026